Bio-Baumwolle vs. Baumwolle aus konventioneller Erzeugung

Wenn wir die Etiketten von Kleidung genauer betrachten, fällt schnell auf, dass Baumwolle die wohl am häufigsten verwendete Naturfaser ist. Genauer gesagt, ist Baumwolle in beinah der Hälfte aller Produkte, in denen Naturfasern stecken, verarbeitet. Der WWF belegt diesen Fakt mit einer Studie, in der hervorgegangen ist, dass in der EU 43% aller Naturfasern in textilen Erzeugnissen die Baumwolle ist.
Häufig ist das der Fall, da Baumwolle für die Produktion günstig erworben beziehungsweise hergestellt werden kann. Baumwolle lässt sich leicht und somit kostengünstig verarbeiten und ist für den Verbraucher nicht nur angenehm zu tragen sondern auch pflegeleicht.
Leider läuft bei der konventionellen Herstellung von Baumwolle einiges schief. Denn es schadet nicht nur den Menschen sondern auch der Umwelt.
Um genau diese Thema geht es in diesem Beitrag. Ich möchte euch zeigen, warum wir der konventionellen Baumwolle Adé sagen sollten und uns beim Kauf von Textilien aus Baumwolle ausschließlich auf Produkte aus BIO-Baumwolle fixieren sollten.

Warum es überhaupt wichtig ist, die Rohstoffe, aus der unsere Kleidung gemacht wurden, so genau beim Kauf zu beachten, zeigt z.B. eine Studie aus dem Jahr 2016. Denn die Textilindustrie ist an 5% bis 10% der weltweiten Umweltverschmutzung und an circa 8% der globalen Klimaauswirkung verantwortlich. Einen immensen Einfluss darauf hat eben die Herstellung unserer Kleidung. Mehr zu dem Thema und zu den Auswirkungen der Textilindustrie auf die Umwelt und das Klima findet ihr in unserem Beitrag “Warum nachhaltig shoppen wichtig ist!”.

Dadurch, dass Baumwolle eine der am häufigsten verwendeten Rohstoffe in unserer Kleidung ist, hat die Baumwollindustrie einen großen Stellenwert innerhalb der Textilindustrie. Und genau deshalb, kann das bevorzugte Zurückgreifen auf nachhaltig produzierte Rohstoffe einen enormen Einfluss auf die Umwelt und das Klima haben.
Wir alle können die Industrie mit unseren Konsumentscheidungen steuern und grüner machen. Je mehr wir darauf achten überwiegend Kleidung aus nachhaltig hergestellten Rohstoffen zu kaufen, desto attraktiver wird es auch für die Textilhersteller auf genau diese Rohstoffe zurückzugreifen.

Was ist jetzt überhaupt so schlecht an der konventionellen Herstellung von Baumwolle?

Was genau bei konventionellen Herstellung von Baumwolle schief läuft? Ganz einfach gesagt ist konventionelle Baumwolle einfach ein echter Umweltsünder.

Viel Wasser für wenig Baumwolle!

Bei der Herstellung von einem Kilogramm des Rohstoffes werden, nach einer Studie des WWF, 7.000 bis zu 29.000 Liter Wasser verbraucht. Aus diesem einen Kilogramm kann man circa eine Jeans und ein T-Shirt fertigen. Nur damit man sich die Massen mal vor Augen halten kann. Eine Badewanne voll gefüllt enthält circa 600 Liter Wasser. Das wären dann circa 33 Badewannen voll Wasser, nur um ein Kilogramm Baumwolle und somit eine Jeans und ein Shirt herzustellen.
Warum das so ist? Bei der konventionellen Herstellung gibt es keinerlei Richtlinien für den Umgang mit Wasser und auch keine Richtlinien oder Vorgaben, welche den Wasserverbrauch regeln.

Pestizide über Pestizide bis hin zu chemischen Düngemitteln!

Neben dem enormen Wasserverbrauch, werden 25% der weltweit verwendeten Pestizide für die konventionelle Herstellung von Baumwolle verwendet. Denn bezogen auf den konventionellen Anbau von Baumwolle, zählt die Pflanze zu dem weltweit am stärksten mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Ackergewächs. Nach dem Umweltinstitut München, ist Baumwolle für 10% bis 20% des globalen Einsatzes von Pestiziden verantwortlich, obwohl Baumwolle nur rund 2,5% der weltweit bewirtschafteten Ackerflächen einnimmt. In Afrika spricht die Umweltorganisation NABU sogar von bis zu 80% der gesamten Pestizide.
Neben den chemischen Pestiziden zur Bekämpfung von Schädlingen, ist die Industrie rund um die Erzeugung von konventioneller Baumwolle einer der Hauptabnehmer für chemische Düngemittel.
Die Pestizide und chemischen Düngemittel gefährden nicht nur die biologische Vielfalt und vergiften die Böden, sondern gefährden auch die Gesundheit derer, die die fertige Kleidung tragen. Denn Forschungen haben ergeben, dass die Pestizide sogar in geringen Konzentrationen in der fertigen Kleidung nachgewiesen werden können.

Genmanipulation als Erfolgsfaktor!

Außerdem setzen beispielsweise besonders die USA und auch China und Indien auf genveränderte Baumwolle. Der Grund ist, dass genmanipulierte Pflanzen resistenter gegen Schädlinge und Pestizide sind. Außerdem macht es sie widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Nach der Datenbank des TransGen sind auf mindestens zwei Dritteln der weltweiten Baumwollfelder genmanipulierte Pflanzen. In Indien sollen es sogar nach dem TransGen, im Jahre 2017, 93% der Pflanzen gewesen sein. Dabei ist es umstritten, ob die Genmanipulation von Saatgut die Erträge wirklich steigert. Jedoch bewiesen ist, dass die Genmanipulation von Pflanzen immer mit Risiken verbunden ist. Diese reichen von der Vernichtung der genetischen Vielfalt über eine nicht kontrollierbare Ausbreitung bis hin zur Bildung von Resistenzen. Außerdem erzeugt die Genmanipulation von Baumwollsamen eine Abhängigkeit der Farmer von den Saat- und Pestizidherstellern.

Ausbeutung in den Anbauländern von Baumwolle

Nach den Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, wird auf der ganzen Welt in 80 Ländern Baumwolle angebaut. Von diesen Ländern wird jedoch nur in 18 Ländern BIO-Baumwolle produziert. Alle anderen 62 Länder konzentrieren sich lediglich auf die konventionelle Herstellung der pflanzlichen Faser. Dabei sind die bedeutendsten Produktionsländer Indien, China, USA sowie die Länder der Subsahara in Afrika.
Gerade in den Entwicklungsländern sowie in ärmeren Regionen, ist der Baumwollanbau ein bedeutender Wirtschaftszweig und die zentrale Einnahmequelle der Bevölkerung. So sind auf der ganzen Welt mehrere Millionen Menschen direkt oder indirekt von der Baumwollproduktion abhängig. Gerade die Baumwolle aus der konventionellen Herstellung fließt in Industriebereiche, in denen jeder Cent weniger eine bedeutende Gewinnsteigerung der Großkonzerne hervorruft, jedoch eine enorme Einahmeneinbuße für die Farmer und Arbeiter in den Entwicklungsländern. So steuern die Großkonzerne die Preise der Baumwolle und demzufolge die Löhne der Arbeiter. Dieses hat einen großen Einfluss auf das Leben der Arbeiter.

Was läuft bei der Herstellung von BIO-Baumwolle besser?

Warum wollten wir also beim Kauf von Kleidung auf BIO-Baumwolle achten und was macht BIO-Baumwolle nun besser? Baumwolle, welche das BIO-Zertifikat erhält, muss nach genaue Richtlinien des ökologischen Landbaus hergestellt und angebaut worden sein. Die mag ich dir hier genauer vorstellen.

BIO-Baumwolle: Adé chemisches Pflanzenschutzmittel und Dünger!

Beim Anbau von BIO-Baumwolle sind jegliche Arten von synthetischen und chemischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln verboten. Das Düngen geschieht bei der BIO-Baumwolle durch Mist und Kompost. Der Schutz der Pflanzen vor einem Befall von Schädlingen muss ebenfalls auf natürliche Weise geschehen. Die, beim biologischen Anbau vorgeschriebene, Wechselwirtschaft, ist ein elementarer Bestandteil, um die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Denn durch den wechselnden Anbau von Baumwolle und anderen Feldfrüchten, wird die Anzahl von Schädlingen möglichst gering gehalten. Zudem werden beim biologischen Anbau von Baumwolle zwischen den Baumwollpflanzen andere Pflanzen gesetzt, welche für Schädlinge deutlich interessanter sind. Durch den Verzicht von synthetischen und chemischen Pflanzenschutzmitteln überleben die natürlichen Feinde der eigentlichen Schädlinge. Dieses reguliert die Anzahl der Schädlinge auf eine ganz natürliche Weise auf ein vertretbares Maß.
Durch diese Richtlinien wird gewährleistet, dass keine Schadstoffe in den Boden eindringen, welche anschließend das Grundwasser verunreinigen und der Umwelt zur Last fallen.

Ein Auge auf den Wasserverbrauch beim Anbau von BIO-Baumwolle!

Auch der Anbau von BIO-Baumwolle verbraucht viel Wasser. Ein gewisser Wasserverbrauch bei Naturfasern aus pflanzlicher Erzeugung ist natürlich auch normal. Jedoch ist beim Anbau von BIO-Baumwolle ein Fruchtwechsel, wie eben beschrieben, und somit der abwechselnde Anbau von Baumwolle mit anderen Ackerfrüchten vorgeschrieben. Dieses hat zur Folge, dass der Boden mehrere organische Substanzen beinhaltet und demzufolge fruchtbarer bleibt. Die positive Folge ist, dass der Boden durch diese Vorgehensweise deutlich mehr Wasser speichern kann. Somit müssen die Böden nicht so häufig und nicht so intensiv bewässert werden.
Auch die zuvor angesprochene biologische Art des Düngens hilft dem Boden mehr Wasser und auch Kohlenstoffdioxid zu speichern. Dieses unterstützt die Einsparung von kostbaren Ressourcen.
Zudem wird beim biologischen Anbau von Baumwolle darauf geachtet, dass möglichst viel Regenwasser aufgefangen und für die Bewässerung herangezogen wird.
So hat eine Studie aus dem Jahre 2019 ergeben, dass BIO-Baumwolle im Vergleich zu Baumwolle aus konventioneller Herstellung einen um 91% reduzierten Verbrauch von Wasser hat.

Genmanipulation? Nein danke!

Bei der Herstellung darf auch kein genverändertes Saatgut von Bauern genutzt werden. So sind beim Anbau die Verwendungen von in irgendeiner Weise genetisch veränderten Pflanzen verboten. Die positive Folge daraus ist, dass lediglich Pflanzen zum Einsatz kommen dürfen, aus denen in der Folge neue Pflanzen wachsen können. Das erspart den Bauern enorme Kosten für neues Saatgut. Durch die hohe Bedeutung von Baumwolle und den dadurch immens gewachsenen Geschäftszweig, ist es für die Bauern jedoch immer schwieriger an herkömmliche und somit nicht genmanipulierte Samen für einen biologischen Anbau heranzukommen. Die konventionelle Baumwollindustrie versucht mit allen Mitteln das natürliche Saatgut aus dem Markt schwinden zu lassen. Grund hierfür ist die Profitgier. Denn verwenden Bauern genmanipulierte Samen, so müssen diese bei jedem neuen Aussäen von Pflanzen neue Samen von den Big-Playern im Markt erwerben, da die Pflanzen der vorherigen Aussaat keine neuen Samen ausbildet. Je größer die Bedeutung von BIO-Baumwolle auf dem Textilmarkt wird, desto größer wird auch die Nachfrage an natürlichen und demzufolge nicht-genmanipulierten Samen. Der dadurch entstehende Druck löst folglich einen Druck auf die Saatguthersteller aus. Je kleiner die Macht der großen Hersteller, desto größer die Möglichkeiten der kleinen und natürlichen Hersteller.

Ohne Ausbeutung zu sauberer Baumwolle!

BIO-Baumwolle steht nicht gleich für eine faire Bezahlung und somit für faire Arbeitsbedingungen. Jedoch erhalten die Hersteller für die Erzeugung von BIO-Baumwolle einen deutlich höhere und somit eine fairere Bezahlung. Diese wird in der Regel an die Arbeiter auf den Farmen weitergegeben. Deshalb findet man die Kennzeichnung von der Verwendung von BIO-Baumwollen in den meisten Fällen in Verbindung mit Siegeln für faire Arbeitsbedingungen und somit auch für faire Löhne. Das bekannteste Siegel für faire Arbeitsbedingungen ist das Siegel der Fair Wear Foundation. Willst du mehr zu dem Siegel erfahren, dann schau dir gerne auch unseren ausführlichen Beitrag zur FWF an.

Woran erkenne ich Kleidung aus BIO-Baumwolle?

Welche Siegel zeigen mir ob es sich um Bio-Baumwolle handelt. Das sind zum einen das GOTS-Siegel sowie das deutsche IVN-Siegel. Das letztere ist etwas strenger. Die Abkürzung kbA (“kontrolliert biologischer Anbau”) hilft in der Regel ebenfalls weiter, da es zeigt, dass es sich um Baumwolle aus biologischem Anbau handelt. Übrigens, all unsere slowli Shirts und Pullover sind zu 100% aus BIO-Baumwolle hergestellt. Unsere slowli Kleidungsstücke sind außerdem mit dem GOTS-Siegel gekennzeichnet. Zudem ist unser Partner, bei dem wir unsere Kleidungsstücke beziehen, Mitglied der Fair Wear Foundation.

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